Holzdocht vs. Baumwolle & Co. – welcher Docht passt zu welcher Kerze? Kerzendochte sind das Herz jeder Kerze. Sie bestimmen, wie ruhig eine Flamme brennt, wie intensiv der Duft abgegeben wird und wie gleichmäßig das Wachs schmilzt. Doch nicht jeder Docht funktioniert in jedem Wachs – und nicht jeder Docht erzeugt das gleiche Brennerlebnis.
Viele kennen inzwischen die beliebten Holzdochte, die mit ihrem leisen Knistern eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Doch so charmant sie wirken: Sie sind nicht immer die beste Wahl. Hier ein Überblick, der dir hilft, die Unterschiede zu verstehen und die passende Dochtart zu wählen.
Holzdochte – schön, aber anspruchsvoll
Holzdochte bestehen aus dünnen Holzstreifen oder zwei miteinander verleimten Lagen. Sie brennen mit einer breiten, flachen Flamme, die optisch sehr schön wirkt.
Vorteile
- Knistern wie ein Mini‑Kamin
- Moderne, ästhetische Optik
- Breite Flamme, die schnell Wärme erzeugt
- Sehr gut für Dekokerzen oder Kerzen, die eher für Atmosphäre gedacht sind
Nachteile
- Zündverhalten oft schwierig – Holzdochte brauchen manchmal mehrere Versuche
- Sehr empfindlich gegenüber Wachsmischungen, besonders bei pflanzlichen Wachsen
- Können rußen, wenn sie zu breit oder zu lang sind
- Brennen manchmal zu heiß, was zu Tunneling oder unruhiger Flamme führt
- Nicht ideal für kleine Gefäße
Viele Kerzenmacher*innen stellen fest, dass Holzdochte wunderschön aussehen – aber in der Praxis oft zickig sind. Wenn du gerade unzufrieden bist: Das ist absolut normal.
Baumwoll-Dochte – der Klassiker
Baumwolldochte sind geflochten oder gewoben und brennen ruhig und zuverlässig.
Vorteile
- Sehr stabile Flamme
- Funktionieren in fast allen Wachsen
- Perfekt für Duftkerzen, weil sie gleichmäßig brennen
- Einfach zu trimmen
- Ideal für kleine bis mittelgroße Gefäße
Nachteile
- Kein Knistern
- Optisch weniger „besonders“ als Holzdochte
Geflochtene & kernlose Dochte
Diese Dochte sind so konstruiert, dass sie sich beim Brennen leicht nach außen biegen („self‑trimming“). Dadurch bleibt die Flamme stabil.
Vorteile
- Sehr saubere Verbrennung
- Wenig Ruß
- Perfekt für hochwertige Duftkerzen
- Gut kontrollierbar
Nachteile
- Keine besonderen Geräusche oder Effekte
Dochte mit Papier- oder Metallkern
Diese Dochte sind stabiler und eignen sich für härtere Wachse oder große Gefäße.
Vorteile
- Sehr starke Flamme
- Gut für große Kerzen oder Outdoor‑Kerzen
- Zünden leicht
Nachteile
- Können heiß brennen
- Nicht ideal für feine Duftkerzen
Welche Dochtart ist die richtige?
Das hängt von deinem Ziel ab:
- Ruhige, zuverlässige Duftkerze: Baumwoll- oder geflochtene Dochte (z. B. CD/HTP)
- Große Gefäße oder härteres Wachs: Dochte mit Papier- oder Metallkern
- Optik & Knistern wichtiger als Perfektion: Holzdocht
- Kleine Gefäße: Fein dimensionierte Baumwoll-Dochte
- Sehr weiche pflanzliche Wachse (z. B. Soja): Geflochtene Baumwoll-Dochte für Container (CD/HTP)
Warum Holzdochte oft Probleme machen
Holzdochte sind extrem abhängig von:
- der Wachsmischung
- der Duftölmenge
- der Gefäßgröße
- der Holzstärke
- der Umgebungstemperatur
Schon kleine Abweichungen führen dazu, dass sie:
- ausgehen
- zu heiß brennen
- tunneln
- rußen
Deshalb sind sie für viele Kerzenmacher*innen eher ein „Mood‑Element“ als eine zuverlässige Lösung.
✨ Fazit
Holzdochte sind wunderschön – aber anspruchsvoll. Wenn dir eine ruhige Flamme, saubere Verbrennung und perfekte Duftabgabe wichtiger sind als Show‑Effekt, wirst du mit Baumwoll- oder geflochtenen Dochten meist glücklicher.


Schreibe einen Kommentar